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KI für Unternehmen. Die richtige Technik zur richtigen Zeit?


Prompt: Ein Mosaik, im Stil des sozialistischen Realismus, von Robotern, die gemeinsam für eine bessere Zukunft arbeiten (DALL-E)

Dies ist der vierte Teil unserer Blogreihe rund um das Thema KI für Unternehmen.



Dieses Mal befassen wir uns neben KI mit einem Thema, welches zwar jetzt schon teils in den Nachrichten besprochen wird, aber dessen Tragweite sich die wenigsten wirklich bewusst sind. Der Fachkräftemangel ist da und er wird bleiben. Viele Unternehmen wissen dies bereits, aber der wirkliche Grund wird oftmals nicht richtig erkannt. Denn es sind nicht nur hoch qualifizierte Fachkräfte, die uns fehlen, sondern es sind generell Menschen im arbeitsfähigen Alter, die wir hierzulande benötigen.


Deutschland ist ein Land, welches neben weiteren Industrieschwergewichten wie Japan und Südkorea stark unter dem demografischen Wandel leiden wird bzw. schon längst leidet. Dieser schreitet seit Jahren munter voran und mit den ersten Generationen der Baby-Boomer, die ab diesem Jahr in Rente gehen, wird das Problem kontinuierlich stark an Fahrt aufnehmen.


Zur Perspektive: Der geburtenschwächste Jahrgang der Baby-Boomer Generation ist immer noch um weiten größer als der geburtenstärkste Jahrgang, der nachfolgenden Generationen, ergo gehen uns im nächsten Jahrzehnt so viele Arbeitskräfte verloren, dass diese faktisch nicht durch die heimische Population im Erwerbsalter ersetzt werden kann. Ein Verschleppen oder Verschlafen, egal wie man es nennen will, der Politik hat dazu geführt, dass wir sehenden Auges in diese brenzlige Lage manövriert wurden.


Zu spät, zu unwillig


Das Problem mit der Demografie ist, dass diese sich nicht von heute auf morgen ändern lässt. Egal, wie viel Geld wir dafür aufbringen würden, Menschen, die jetzt oder in den nächsten Jahren in Deutschland geboren werden, erlangen ihr wirtschaftlich relevantes Erwerbspersonenpotenzial frühestens in 18 Jahren. Auch Einwanderung wird das Problem hierzulande nicht beheben können. Schätzungen zu folgen benötigen wir mindestens 400.000 Menschen, die jedes Jahr nach Deutschland kommen, um dem Problem entgegenzuwirken. Dass dies ein Ding der Unmöglichkeit im hiesigen politischen/gesellschaftlichen Klima ist, sollte nicht verwundern. Hinzukommt auch noch, dass Deutschland als Einwanderungsland nicht im Ansatz die Attraktivität für ausländische Arbeitende besitzt, wie hierzulande angenommen wird. Ein Verschlafen der Digitalisierung, unendliche Bürokratie und eine schwierige Sprachbarriere lassen Deutschland neben Ländern wie Großbritannien, den USA oder den skandinavischen Ländern, in denen die Englischkenntnisse unseren Lichtjahre voraus sind, unattraktiv erscheinen. Was ist also eine (Teil-)Lösung des Problems?


Genau das richtige Timing


Wie anhand des Titels zu erkennen ist, spielt KI eine entscheidende Rolle, um dem Problem des Fachkräfte-/Menschenmangels in Teilen entgegenzuwirken. Neben einer starken Neuorientierung für die Arbeitswelt im Post-Corona Zeitalter wird diese technische Revolution vieles auf den Kopf stellen. Mit den generativen KIs, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, lässt sich bereits einiges anstellen. So hat so gut wie jeder bereits die Fähigkeiten von ChatGPT einmal selber angetestet oder von jemandem gehört oder gelesen, der Faszinierendes mit dem Vorzeigeprojekt von OpenAI erstellt hat bzw. hat erstellen lassen.


Neben den Spielereien lässt sich aber auch schon das klare unternehmerische Potenzial von KI erahnen, welches ihm innewohnt. Nicht umsonst investierte Microsoft, kurz nachdem die Öffentlichkeit Zugriff auf ChatGPT bekam, 10 Mrd. Dollar in OpenAi und kündigte an, die zugrundeliegende Technologie in all ihre Produkte zu integrieren. Mit dem neuen Bing-Chat schaffen sie es zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Textes Google, dem vormals unantastbaren Suchmaschinengiganten, Stück für Stück Marktanteile abzuknöpfen. Eine Leistung, die vor einem halben Jahr noch völlig undenkbar gewesen wäre.


Zurück zum Problem mit den fehlenden Menschen. Hier wird die Brücke zur künstlichen Intelligenz geschlagen, indem jetzt schon darüber nachgedacht werden sollte, welche zukünftigen Tätigkeiten mithilfe von KI gelöst werden können. Zu beachten ist hier die Formulierung "mithilfe", da hier klar vermieden werden soll, dass der Gedanke keimt, dass KI Arbeit ersetzt, die jemand anderen dann fehlt. Viel eher wird es so sein, dass in Zukunft einfach weniger Menschen in Unternehmen oder im Öffentlichen Dienst tätig sein werden, die dann durch die Nutzung von KI Arbeit erledigen können, für die es vormals mehrerer Menschen bedurfte.


Natürlich lässt sich diese Art der Arbeitsrevolution nicht auf alle Berufe übertragen, aber besonders jene, die sich im Bürokontext abspielen, sind dafür geeignet. Dadurch wird wiederum Erwerbspersonenpotenzial an anderer Stelle frei, sodass dadurch Berufe besetzt werden können, zu der KIs nicht fähig sind.


Fazit


Im ersten Moment scheint der Blick in die Zukunft durch Krisen und Gefahren getrübt zu sein, aber gerade dann sollte alle Kraft dafür aufgewendet werden, um dafür zu sorgen, dass der Horizont positiv erscheint. KI ist genau dafür eines der Werkzeuge, mit dem die Zukunft in Bezug auf den Arbeitsstandort Deutschland gesichert werden kann. Denn hier gilt es nun schnell anzusetzen und alle Optionen in Betracht zu ziehen, so auch die einer technischen Revolution, in der Art wie wir arbeiten oder bald auch eher arbeiten lassen.


Man darf also gespannt sein, welche rasanten Entwicklungen sich über das Jahr noch entfalten werden, denn eines ist sicher, wir stehen gerade erst am Anfang.




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