Meine Erfahrungen mit New Work - Ein Azubi lässt Revue passieren



Da clarifydata erst vor vier Jahren gegründet wurde und aus einem jungen und dynamischen Team besteht, hatte ich vor dem Beginn meiner Ausbildung eine gewisse Erwartungshaltung an die dortige Arbeitsweise. Denn gerade für StartUps besteht ja meistens ein gewisser Anspruch daran, seine Arbeitsweisen außerhalb konservativer und festgefahrener Wege zu gestalten.


Als (relativer) Neuling und Texter vom Dienst, kommt jetzt meine Perspektive ins Spiel, um Ihnen einen kleinen Einblick in die neue Art des Arbeitens zu geben. Als ich vor nun mehr als einem halben Jahr bei clarifydata als Auszubildender anheuerte, hatte ich noch keinerlei Erfahrung im Bereich Coworking bzw. New Work. Bis dato hatte ich in den Jobs, in denen ich arbeitete, immer klassische Arbeitsablaufmodelle gehabt. Durch meinen Start bei clarifydata änderte sich das aber äußerst schnell.


Bevor es im August letzten Jahres richtig losging, hatte ich natürlich viele Gespräche mit meinem Ausbilder Dr. Wolfgang Mohr. Er brachte mir die vielen Aspekte meiner neuen Arbeit im Gespräch näher, unter anderem auch den Arbeitsaufbau.


Doch wie bei fast allem im Leben gilt: Probieren geht über studieren. So verstand ich auch erst die neuartige Arbeitsweise, als ich mit meiner Ausbildung anfing. Dennoch dauerte es auch dort 2-3 Monate, bis ich mich wahrhaftig darin wiederfand.


Zum Ausbildungsbeginn war ich noch fest in meinem Büro verankert, um das Arbeitsumfeld im Coworking-Space Fleet 7 besser aufnehmen zu können und generell ein Gefühl für den Arbeitsplatz und die Arbeit zu bekommen. Zu dieser Zeit teilte ich mir auch noch ein Büro mit einem Kollegen, der aber auch zwei Monate nach meinem Antritt den Job wechselte.


Nach dieser Einarbeitung stand mir die Wahl auf einmal vollends zur Verfügung: Arbeit von wo du willst, wann du willst, Hauptsache die Arbeit wird zeitig und qualitativ erledigt. Puh, das war natürlich eine unglaubliche Aussicht, aber gleichzeitig auch sehr ungewohnt, gar einschüchternd. Wo arbeite ich denn am besten? Muss ich mal wieder ins Büro? Wann fange ich am besten an? Fragen dieser und anderer Art schossen mir daher durch den Kopf, als ich mir überlegte, wie ich meinen Arbeitsalltag gestalten wollte.


Um ehrlich zu sein, brauchte ich eine kleine Weile, um mich wirklich selbstständig im Arbeitssystem zurechtzufinden, da hier für mich eine Ausbildung in einer neuen Branche auf eine neuartige Arbeitsweise trafen. Nach ein paar Wochen des Rumprobierens und Pendeln zwischen dem heimischen Schreibtisch und dem Fleet 7, hatte ich den Dreh für mich raus. Seit dem hat sich für mich eine angenehme Spontanität und Dynamik im Arbeitsleben eingestellt. Konkret bedeutet das für mich, dass ich meinen Arbeitstag nach meinen Bedürfnissen anpassen kann, ohne durch meinen Arbeitsplatz eingeschränkt zu werden. Für mich hat sich bspw. herauskristallisiert, dass ich einen festen Tag im Fleet habe und die restlichen Tage dafür im Home-Office verbringe. So sehe ich meine Kollegen auch noch in echt und habe aber auch die flexible Möglichkeit, wie z. B. jetzt gerade, meine Arbeit von zu Hause aus zu machen. Sollte mich aber in der kommenden Stunde das Verlangen überkommen ins Fleet zu fahren und dort meine letzten Arbeitsstunden zu verbringen, dann kann ich das problemlos machen, ohne An- und Abmeldungen, dynamisch und frei.


Gegen Ende kann ich hier ein kleines Resümee bezüglich New Work ziehen: Der Hype ist real! Die Vorstellung meinen Job in einem klassisch, starren Arbeitssystem zu fristen erscheint antiquiert, geradezu zu rückschrittlich, wenn man merkt, wo sich die Vorteile der Freiheit befinde. Natürlich gilt es auch zu sagen, dass es nicht zwangsläufig für jeden das Beste ist, zwischen den Arbeitsorten hin- und herzuwechseln. Dennoch geht es aber um die Wahl, zu entscheiden von aus ich meine Arbeit erledige, denn: Am Ende zählen Ergebnisse, egal von wo sie aus zustande gekommen sind.


Gegen Ende würde ich Ihnen noch gerne drei Tipps mitgeben, wie sie sich in einer New Work Arbeitsstruktur schnell einleben können:


  1. Nehmen Sie sich Zeit. Wohl einer der ältesten, aber auch bewertesten sowie großflächig anwendbarsten Sprüche, die es gibt. Auch in Bezug auf New Work passt er wieder. Wenn Sie gerade in einem Unternehmen mit einer offenen Arbeitsstruktur anfangen, ist es wichtig, sich die Zeit zu nehmen, die verschiedenen Arbeitsangebote auszuprobieren, um herauszufinden, wie man wo am besten arbeiten kann.

  2. New Work bedeutet in erster Linie die Wahl zu haben. Konkret: Nicht jeder muss ins Home-Office, den Coworking-Space oder die Firmenzentrale, um arbeiten zu können. Wenn Sie sich im klassischen Setting des Büros am wohlsten fühlen, dann arbeiten sie von dort aus. Merken Sie aber, dass die Arbeit vom heimischen Schreibtisch besser von der Hand geht, dann machen sie die dort.

  3. Nichts ist in Stein gemeißelt. Zwei Wochen Home-Office, danach dann einen Monat ins Büro und dann ein wöchentlicher Wechsel zwischen den beiden. So oder ähnlich kann die Arbeitszeit eingeteilt werden. Da für mich bspw. der Weg zum Büro nicht allzu weit ist, kann ich auch spontan entscheiden, ob ich meinen Arbeitstag aufteilen möchte, also im Büro anfangen und nach der Pause nach Hause oder entsprechend andersherum. Hauptsache ich kann den Freiraum so nutzen, dass ich meine Arbeit flexibel in mein Leben integrieren kann und so arbeite, dass ich die besten Ergebnisse liefere und gleichzeitig die Entscheidungsfreiheit besitze.